CFD als Geldanlage – sinnvoll oder zu risikoreich?

CFD-Trader

Bild: CFDs können für einige Anleger eine interessante Alternative darstellen, Quelle: wsf-s – 466630370 / Shutterstock.com

Der Handel mit Differenzkontrakten (CFD = Contract for difference) ist in Deutschland mittlerweile sehr beliebt. Laut einer Statistik des CFD-Verbandes wurden alleine im ersten Quartal 2016 21 Millionen Transaktionen mit einem Volumen von insgesamt ca. 504 Milliarden Euro durchgeführt. Trotz der wachsenden Beliebtheit werden CFDs nach wie vor als äußerst riskante Geldanlage angesehen. Aus diesem Grund sollen nun die Risiken genauer aufgezeigt und zudem Möglichkeiten des Risikomanagements präsentiert werden.

Wie funktionieren CFDs?

Differenzkontrakte gehören zu den Finanzderivaten. Dies bedeutet, dass keine Assets (Aktien, Rohstoffe, Anleihen) selbst gehandelt werden. Der Anleger versucht lediglich, an deren Verlauf zu partizipieren. Dies funktioniert übrigens in beide Richtungen:

  • Long-Position: Der Anleger kauft einen Differenzkontrakt für einen Basiswert
  • Short-Position: Der Anleger verkauft einen differenzkontrakt auf einen Basiswert

Das Interessante bei der Short-Position liegt darin, dass diese auch gebildet werden kann, wenn der Anleger vorher keinen Differenzkontrakt besessen hat. Ein solches Konstrukt funktioniert dabei wie ein Leerverkauf:

Der Anleger setzt auf einen sinkenden Kurs und verkauft Differenzkontrakte. Sinkt der Kurs des Basiswertes tatsächlich, gleicht der die Position durch einen Kauf zu niedrigerem Preis aus und hat einen Gewinn erzielt.

Risiken von CFDs und Umgehungsstrategien

CFD-Handel wird vor allem deshalb als riskant bezeichnet, weil es zu den sogenannten Hebel-Produkten gehört. Anleger müssen nur einen Bruchteil der Position selbst hinterlegen (Margin) und nehmen über den Rest einen Kurzkredit vom Broker auf. Dies kann für hohe Gewinne sorgen, aber laut CMC Markets auch einen entsprechenden Verlust mit sich bringen. Eine Beispielrechnung soll dies genauer zeigen:

Position Wert
Selbst investiertes Kapital 1.000 Euro
Margin 10%
Betrag der Position 10.000 Euro
Verlust der Position 10%
Neuer Betrag der Position 9.000 Euro
Verlust des Anlegers 100%

In der Beispielrechnung ist also ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals eingetreten. Wäre der Verlust noch höher ausgefallen, hätte sogar eine Nachschusspflicht bestanden. Um solche Risiken abzumildern, lassen sich verschiedene Ansätze nutzen:

  • Stopp-Orders: Mit Stopp-Orders kann ein Investor einen bestimmten Kurs des Basiswertes festlegen, zu dem die Position ausgeglichen wird. Auf diesem Weg lässt sich der Verlust auf ein vorher festgelegtes Maß begrenzen.
  • Money-Management: Ein gutes Money-Management hilft dabei, pro Trade nur einen bestimmten Prozentsatz des Gesamtkapitals zu riskieren. Auf diesem Weg lässt sich aus der Hochrisiko-Anlage zumindest ansatzweise eine kontrollierbare Geldanlage machen.

Fazit

CFD-Trading kann letztlich als Hochrisiko-Geldanlage bezeichnet werden, die nicht unbedingt für Anfänger geeignet ist. Wer sich jedoch damit beschäftigt und die richtigen Strategien zur Risikokontrolle anwendet, kann auf diesem Weg mitunter interessante Renditen erwirtschaften.

Quelle: wsf-s – 466630370 / Shutterstock.com

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