Kurze Nachrichten

Kurze Nachrichten

Seit wann gibt es Kurze Nachrichten?

Der Legende nach, machte sich ein Läufer in Griechenland 10 Jahre n. Chr. nach dem Sieg der Athener gegen die Feinde aus Marathon auf den etwa 40 Kilometer langen Weg, um eine der ersten entscheidenden Kurznachrichten zu überbringen. Der Läufer konnte gerade noch formulieren, dass seine Heimatstadt Athen den Krieg gewonnen hatte, dann brach er tot zusammen. Für den Marathon war dies die Grundlage den jetzt 42,195km langen Ausdauerlauf, der nach der Stadt Marathon benannt wurde, in vielen Metropolen der Welt durchzuführen. Für die Nachricht ist dies ein wunderschönes Beispiel, wie weit Menschen früher gegangen sind, um einen einzigen Satz so schnell es ging zu formulieren.

Entscheidendere Kurze Nachrichten gab es wahrscheinlich schon wesentlich eher, doch eine frühere Nennung mit Datierung einer solchen überbrachten Nachricht ist schwer zu finden. Denn eine Kurznachricht ist eigentlich nur eine Information über ein Ereignis. Wenn die Urmenschen sich also gegenseitig über den aktuellen Mammutfang informierten, war auch dies eine Nachricht. Nur, dass sie damals wohl nicht so hieß, auch wenn sie einen vergleichsweise hohen Nachrichtenwert hatte. Schließlich ging es um das pure Überleben. Auch aus dieser Zeit sind einfachere Nachrichten überliefert. So gab es im europäischen Raum Höhlenmalereien die jedoch in ihrer Deutung umstritten sind. Die Menschen malten damals wegen ihres Glaubens an Wände. Diese Bilder sollten als Mittler zwischen der hiesigen und der jenseitigen Welt dienen. Es handelte sich unbewusst also um eine Nachrichtübermittlung in die Welt des damaligen Gottes. Der Sender konnte die Information nur nicht quittieren.

Kurze Nachrichten waren nur für Reiche

Im Mittelalter begann sich die Gewichtung der Kurznachrichten zu entfalten. Allerdings gab es noch keine Institutionen oder öffentliche Einrichtungen, die die allgemeine Nachrichtenübermittlung übernahmen. Für die Überlieferung einer Nachricht oder von Dokumenten war jeder selbst verantwortlich, deswegen konnten sich meist nur Herrscherhäuser diesen Luxus leisten. Diese unterhielten sich einen Boten, welcher per pedes oder mit dem Pferd zum Empfänger geschickt wurde und Nachrichten austauschte. Die Informationen wurden mit Tusche und Brief niedergeschrieben und unterzeichnet.

Diese waren damals natürlich auf andere Art und Weise weltbewegend, als sie es heute sind. Dieses System war auch wesentlich weniger leistungsfähig, da die Boten in andere Ländereien und Gebiete oft monatelang unterwegs waren. Die Straßen und Wege waren schlecht und die Geschwindigkeit stark von der Leistungsfähigkeit der Übermittler abhängig. Im kleinräumigen Bereich nahmen oftmals Händler, Pilger und wandernde Scholaren Briefe, gegen ein gewisses Entgelt, mit. Es gab klare Ausbaufähigkeiten.

Kurze Nachrichten – Ein Postnetz entfaltete sich

Italien war dann Vorreiter und konnte das System der Nachrichtenübermittlung weiter ausbauen. Zwischen den Städten Mailand, Venedig und Rom wurden Stationen festgelegt die mit Pferden und Reitern bestückt waren. Brachte man einen Brief an diese sogenannten mansiones positae, ritten die Reiter bis zur nächsten Station und übergaben die Kurznachrichten weiter. So entstanden Postkurse, die Ende des 15. Jhd. auch in die Niederlande, nach Österreich und ebenso nach Deutschland reichten. In Deutschland war daran die Adelsfamilie von Taxis beteiligt, die im 16. Jhd. das Monopol auf das europaweit organisierte Postnetz hatte. Bestärkt wurde dieser Betrieb auch durch die vielen Händler, die von Berichterstattungen informiert wurden, um Einkäufe und Verkäufe effizienter zu gestalten. In Venedig entstand schon im Jahr 1536 ein Nachrichtenbüro.

Zu diesem Zeitpunkt fand das Wort Kurze Nachrichten auch Einzug in die deutsche Sprache. Es stand für eine Mitteilung, die ausgesprochen beziehungsweise überbracht wurde. Dann waren es wohl auch nicht mehr nur persönliche Nachrichten, die überbracht wurden, sondern allgemein gefasste, die über die Lage einer Stadt oder eines Handels Korrespondenz boten. Die Nachricht begann mehrere Menschen als nur den Empfänger zu interessieren. Das Botenwesen der Herrscher geriet somit immer mehr ins Hintertreffen und konnte dem der Taxis-Post nichts mehr entgegensetzen.  Im 19. Jhd. entstand dann in London eine Tagespresse die durch ein Netz von bestehenden Korrespondenten bestand, die ihre Leser in Briefen über aktuelle Geschehnisse informierten.

Natürlich gab es im Mittelalter auch andere Möglichkeiten Kurze Nachrichten zu übertragen. Da das normale Volk weder schreiben noch lesen konnte, reduzierte sich deren Nachrichtenübermittlung auf das gesprochene Wort. So konnten anliegende Feste oder Exekutionen, die zur damaligen Zeit der Belustigung dienten, auch Analphabeten übermittelt werden.

Nachrichten und Nachrichten

Seit der Taxis-Post ist viel Zeit vergangen. Der Nachrichtenwert hat sich verändert und entspricht in keiner Weise mehr dem, des Mittelalters. Die Geschwindigkeit der Übermittlung hat zugenommen und wer genau hinschaut kann sich heute vor Nachrichten kaum retten. Dabei muss man immer noch differenzieren, denn in der Mediensprache sind Nachrichten die tatsächlichen neuen Informationen für das betreffende Volk, wie die Tagesschau. Eine Nachricht ist aber auch einfach nur eine Mittelung respektive eine Information.  Die Nachrichten im Fernsehen im Radio oder aber auch der Zeitung sind aktuelle Informationen des Weltgeschehens. Im Bezug auf Politik, Wirtschaft und Kultur sind diese Informationen bewegend und für den Großteil der Bevölkerung so wissenswert, dass allein die Tagesschau von mehr als 4 Millionen Menschen täglich gesehen wird, neben all den Kurznachrichten die in diversen Zeitungen und im Internet veröffentlicht werden.

Kurze Nachrichten ändern sich

Im Laufe der vergangenen 200 Jahre haben sich so viele Faktoren verändert wie in den 2000 Jahren davor nicht. Seit Erfindung des Buchdrucks, der Telekomunikation und schließlich des mobilen Internets hat sich nicht nur die Möglichkeit ergeben, Nachrichten schneller zu kommunizieren, sondern auch die Option mehr Informationen zu übermitteln. Infolge dessen, ist eine rasante Zunahme an Nachrichten geschehen, denen ein Einzelner Mensch sich kaum noch zu stellen vermag. Ein interessantes Konstrukt entsteht: Die Kurznachrichten. Sie vermitteln den Eindruck den Konsumenten schnell über das wichtigste zu informieren. Natürlich bleiben dabei Informationen auf der Strecke, die durchaus nicht wichtig sind. Der dafür zuständige Autor beginnt auszusortieren und fasst nur die wichtigsten Informationen zusammen. Das macht es auch dem Konsumenten leichter den Inhalt zu verstehen und sich auch mit den vielen anderen Kurznachrichten zu beschäftigen. Die nächste Nachricht wartet nämlich schon. Die Aufmerksamkeitsspanne ist kurz und wird zunehmenden Angesichts kürzer.

Kurze Nachrichten – für Menschen mit weniger Zeit

Zudem ist es nur noch selten so, dass man sich zum Frühstück eine Zeitung nimmt und sich über aktuelle Geschehnisse informiert. Es ist viel mehr so, dass im Radio zwischen Ei und Toast kurz die Staumeldungen vorgetragen werden, denen der Wetterbericht folgt. Politisches wird so kurz erläutert, wie die nächste Werbeeinblendung. Man nimmt sich keine Zeit mehr für die Nachrichten. Man erwartet vielmehr dass die Kurznachrichten immer verfügbar sind und jederzeit gelesen, gehört oder gesehen werden können. Dazu trug die Erfindung des Fernsehens genauso bei, wie die Erfindung des iPads. Neben vielen anderen Dingen in unserer Gesellschaft sind es eben auch die Nachrichten, die uns dazu zwingen schnell zu konsumieren. Tut man dies nicht, ist man abgehängt und verfügt über weniger Wissen, als andere. Doch oftmals handelt es sich beim Lesen dieser Kurznachrichten um Halbwissen, welches man mit dem Lesen weiterer Informationen bestücken sollte. Doch auch der Rezipient steht mit dem Kauf einer Zeitung vor der Wahl, welche Kurze Nachrichten er jetzt lesen soll. Jeder hat dabei seine eigene Nachrichtenwerttheorie, der er ganz instinktiv nachgeht. Je mehr Nachrichten es jedoch werden, desto schwieriger fällt es eine Auswahl zu treffen.

Kurze Nachrichten – Vom Empfänger zum Sender

Ein weiter Bestandteil unseres Lebens ist es, selber zum Sender von Kurze Nachrichten zu werden. Kurz und bündig vermelden wir per Email, SMS oder Twitter Gefühlslagen, Meinungen und Geschehnisse. Auch die aktuelle Statusmeldung bei Facebook ist im weitesten Sinne eine Nachricht. Um in diesem Informationsfluss mitzumischen, verschlägt es auch immer mehr renommierte

Medienunternehmen zu dieser Handlungsweise. Es wirkt fast wie ein gezwungenes Senden von sogenannten Tweets, um aktuelle Informationen schnell zu verbreiten.

So war die erste Nachricht vom Amoklauf in Winnenden, die Twittermeldung von der Nutzerin Tontaube mit dem Inhalt: „ACHTUNG: In der Realschule Winnenden gab es heute einen Amoklauf, Täter angeblich flüchtig – besser nicht in die Stadt kommen!!!!“. Damit zeigt sich, der Jedermann-Journalismus bringt Nahrichten sofort ins Netz. Auch wenn es sich hierbei um einen warnenden und nicht um einen aufmerksamkeitsheischenden Tweet handelte. Dies macht sie aber zum Anlaufpunkt für eine Menge von Journalisten, die der Meinung sind, dass Tontaube über Informationen verfüge, was sie de facto nicht tat, weil sie nur eine ganz normale Bürgerin ist.

Twitter und Facebook machen Kurze Nachrichten

Meldungen bei Twitter werden dann oft von verschiedenen Nutzern wiederholt getwittert und der tatsächliche Wahrheitsgehalt kann missinterpretiert werden. Auch gilt für diese Verbreitung von Informationen und Kurznachrichten nicht das übliche Presserecht. Es handelt sich ja nicht um gelernte Journalisten die Nachrichten erst bewerten, überprüfen und dann herausgeben, sondern um freiwillige Aussender von Informationen, die mal mehr mal weniger wichtig sind. Doch schnell werden bei Twitter oder Facebook oder sonstigen Medien auch Informationen zusammengetragen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. So sind Namen und Wohnhaus des Amokläufers von Winnenden schnell bekannt gewesen und konnten auf Dauer nicht zurückgehalten werden. On diese Fakten jedoch stimmen, kann und wird im Nachhinein nur schwerlich geprüft.

Der Empfänger einer Nachricht wird somit auch zum Sender, was den Nachrichtenwert verfallen lässt. Eine Ähnlichkeit zu den renommierten Absendern einer Nachricht besteht mittlerweile dennoch. Es geht um die Auflage, die sich im Internet durch Klicks, Follower oder likes definiert.

Technik bringt Fortschritt, auch bei Kurznachrichten

Verantwortlich für den Verfall des Wertes einer Nachricht, war vor allen Dingen die stetige Zunahme an technischen Elementen der Nachrichtenübermittlung. Logischerweise schreibt man in einen Brief  der zwei Monate unterwegs ist, den man nicht zurückholen kann und dessen Lieferung Risiken und Gefahren bietet etwas anderes, als in eine Kurze Nachricht die man an einen Freund versendet. Genauso ist es für Nachrichtenredakteure. Sie bekommen täglich eine große Wulst an Informationen, von denen sie auswählen müssen, welche Geschehnisse die Bürger interessiert. Dabei spielt die Nachrichtenwerttheorie eine große Rolle, Sie beschreibt wie die Auswahl für Kurze Nachrichten von Statten geht. Aufgrund der eingeschränkten Medienvielfalt die im Jahr 1922 noch herrschte, gab es nur vier Indikatoren, die Walter Lippmann für nennenswert hielt: Die Nähe zum Konsumenten, die Prominenz des Betreffenden die Überraschung und der daraus möglicherweise resultierende Konflikt. Dazu kamen im Laufe der zeit noch weitere Faktoren, wie die Bedeutsamkeit, die Kontinuität und die Eindeutigkeit. Haben Nachrichten diese Werte, bedeutet  dies aber immer noch nicht die bedingungslose Veröffentlichung.

Kurze Nachrichten – Die Entscheidung trägt der Redakteur

Gehen an einem Tag viele diese Kurznachrichten in die Redaktionen ein, muss abgewählt werden, welche Information den Bürger tatsächlich erreicht. Es kann also durchaus sein, dass Kurze Nachrichten an einem Tag gesendet werden, an einem anderen Tag aber anderen Nachrichten gegenüber uninteressant erscheinen.

Dabei ist der Weg, den eine Information zur ausgestrahlten Nachricht gehen muss lang. Zuerst geschieht ein Ereignis, welches von einem Korrespondenten vor Ort erlebt wird, oder dass ihm wiederrum von Zeugen oder auch von Pressestellen übertragen wird. Dieses Ereignis wird aufgearbeitet und recherchiert. Ist dieses Ereignis wirklich wichtig und für einen Großteil der Bürger informativ wird eine Meldung über eine Presseagentur herausgegeben. Alle Radio- und Fernsehanstalten sowie die kleinen und großen Zeitungen des Landes verfügen über einen Zugang zu diesen Meldungen und sortieren wieder aus, welche Meldung tatsächlich wichtig ist und welche nicht. Nach weiteren Recherchen und Konferenzen werden die wichtigsten Themen definiert und aufgearbeitet. Weiterhin ist zu bedenken, dass die Zeitungen, das Radio und auch die Privaten Fernsehsender Auflage bzw. Quote machen müssen. Je mehr Zuschauer eine Sendung verfolgen, desto mehr Gebühren können für die Werbeminuten verlangt werden. Deswegen müssen Kurze Nachrichten Zuschauer anziehen. Basiert die ausstrahlende Sendung auf diesen Werten, ist auch der Nachrichtenwert ein anderer. Es werden Kurze Nachrichten herausgesucht, die den Konsumenten schocken und meistens von schlechter Natur für eine Person, eine Region oder ein Land sind. Leid zog schon immer an und vermittelt dem Rezipienten ein besseres Gefühl.

Dadurch wird heute jeder zu seinem persönlichen Redakteur. Die Auswahl ist groß und man entscheidet sich für verschiedene Nachrichtenformate die man konsumiert. Der große Vorteil entsteht, dass man sich aus vielen verschiedenen Quellen bedienen kann und somit auf vielfältigste Weise über Informationen benachrichtigt wird. Ein Vorzug den man nutzen sollte.